Landkreis plant Unterbringung von Flüchtlingen in Werder (Havel)

Werders 1. Beigeordneter Christian Große hat die Kommunikation des Landkreises zur geplanten Unterbringung von Flüchtlingen in Werder (Havel) kritisiert. Mündlich habe die Stadt im April bei einem Flurgespräch erfahren, dass Asylbewerber in das  frühere Lehrlingswohnheim auf der Jugendhöhe einziehen sollen. Eine noch im April gestellte schriftliche Anfrage zu dem Thema ist aber bis heute vom Landkreis unbeantwortet geblieben.

Wann soll das Heim in Betrieb genommen werden? Wer soll das Heim betreiben und was gibt es für ein Konzept? Wie viele Betreuer und Sozialarbeiter wird es geben? Wie läuft die Integrationsarbeit? Wer soll untergebracht werden und um wie viele Menschen handelt es sich? All diese Fragen seien völlig offen. „Wir kennen aktuell nicht mehr als die mündliche Ankündigung, dass demnächst Flüchtlinge auf die Jugendhöhe ziehen sollen“, so Christian Große. Der Integration und einem erfolgreichen Miteinander in der Flüchtlingsarbeit werde durch eine solche Kommunikation ein Bärendienst erwiesen.
Der Landkreis hatte das Gebäude vor mehr als zwei Jahren als Asylbewerberheim angemietet. Zunächst sollten alleinstehende Männer in die Wohnungen einziehen. Dann aber sagte der Landkreis zu, dass Flüchtlingsfamilien mit Bleiberecht und Bürger aus der Region einziehen werden. Mit Letzterem ließe sich das Ziel einer Integration am ehesten erreichen, so Christian Große. „Aus dieser Zusage werden wir den Landkreis auch nicht entlassen.“
Die Stadt habe unterdessen Sofortmaßnahmen abgestimmt: Mit der nächstgelegenen Grundschule wird geprüft, welche Anpassungen erforderlich sind und ob zusätzliches Personal und Sozialarbeiter in das Schulumfeld eingebunden werden können. Zum Einsatz von Sonderpädagogen und weiteren Maßnahmen soll das Gespräch zum Schulamt gesucht werden. Auch mit der Polizeiwache soll ein Maßnahmenkatalog abgestimmt werden.
Christian Große: „Wir fordern vom Landkreis, bis zu einer ordentlichen Information aller Beteiligten und der abschließenden Klärung aller offenen Fragen Abstand von der Zuweisung von Asylbewerbern nach Werder (Havel) zu nehmen.“

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