Verleihung der Goldenen Obstweinkruke in Werder (Havel)

Für Stefan Lindicke ist es bisher der größte Erfolg für seine Obstweine: Beim Werderaner Obstweinwettbewerb vor dem 139. Blütenfest (28. April bis 6. Mai) hat er am Mittwoch drei Goldene Kruken und eine Bronzene Kruke verliehen bekommen. Lindicke stammt aus einer alteingesessenen Werderaner Obstzüchterfamilie, die Obstweine werden bei ihm auf traditionelle Art nach alten Familienrezepten hergestellt.

Zum Blütenfest werden sie dann direkt aus dem Ballon eingefüllt. In neun Kategorien wurden in diesem Jahr 29 Weine prämiert. „In erster Linie ging es um den Geschmack und die Intensität der Frucht, die den Wein erkennbar machen soll“, so der Vorsitzende des Obstbauvereins, Walter Kassin. Zwecks Neutralität waren alle Proben mit Nummern versehen. So seien in lockerer Atmosphäre die Weine verkostet und zwischendurch mit Wasser, Käsewürfeln und Brot neutralisiert worden.

Das Geheimnis eines guten Obstweins? Das habe mit jahrelanger Routine zu tun, sagt Stefan Lindicke. Erfahrene Produzenten wüssten auch, dass nur ausgereifte und gute Früchte eingesetzt werden dürfen. „Schon bei der Fruchtauswahl wird der Grundstein für gute Obstweine gelegt“, sagt der Obstbaumeister. Am Mittwoch sind Lindickes Erdbeer-, Sauerkirsch- und Schwarzer Johannisbeerwein mit Gold prämiert worden, der Pflaumenwein bekam Bronze. Lindicke gehört zu den Freunden fruchtbetonter und weniger süßer Weine. Was vor Jahren noch ungewohnt war, habe sich bei einer ganzen Anzahl von Produzenten inzwischen durchgesetzt, hieß es aus der Jury. Bürgermeisterin Manuela Saß freut sich, dass die vor 20 Jahren eingeführte „Goldene Kruke“ zu einem Wettbewerbsgedanken bei den Obstweinproduzenten geführt hat, der sich in der Vielfalt und Qualität widerspiegele und den Besuchern des Blütenfestes zugutekomme. „Es sind nicht nur jedes Jahr mehr Wettbewerbsteilnehmer geworden, es gibt auch immer bessere Obstweine“, so Manuela Saß. In diesem Jahr wurden für die Goldene Kruke 234 Proben von 30 Erzeugern abgegeben. Eine Jury aus 32 Mitgliedern, darunter die Bürgermeisterin, ehemalige Baumblütenköniginnen, Mitglieder des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins und weitere Vertreter des öffentlichen Lebens in Werder (Havel), hat die Weine vor gut einer Woche verkostet und Noten vergeben. Dass auch Hobbywinzer ansehnliche Ergebnisse erzielen, zeigt das Beispiel der Werderaner Familie Leo, die sich seit sechs Jahren am Wettbewerb des Obstbauvereins beteiligt und etwa genauso viele Kruken gewonnen habe, wie Uwe Leo vorzählt. In diesem Jahr glänzten Leos mit einem Kirsch-Holunder-Wein, der die Goldene Kruke in der Kategorie „Mehrfrucht“ bekam. Die Idee zu der Kombination hatte Uwe Leos Enkeltochter Julienne. Sie hatte mal spaßeshalber Kirsch- und Holunderblütensaft zusammengekippt und Opa davon erzählt, als der gerade im Weinkeller tüftelte. Der probierte es aus – und punktete prompt bei der Jury. Davon, auch mal mit Kiwis zu experimentieren, konnte ihn seine Enkeltochter aber noch nicht überzeugen.

Alle Preisträger der „Goldenen Kruke 2018“ finden Sie hier: https://obstbauverein-werder.de/goldene-kruke.html

 

Freundliche Grüße

Henry Klix

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