Der Startschuss für die Vegetationsperiode 2026 ist bereits im März gefallen. Jetzt geht es darum, die weiteren notwendigen Gartenarbeiten termin- und fachgerecht auszuführen. Was man im April richtig macht, erfreut uns besonders im ersten Halbjahr. Diese Arbeitsthese hat sich in vielen Jahren sowohl durch Erfolg als auch durch Misserfolg bewiesen. Also ran ans Werk und losgelegt.
Die nachfolgenden Tipps und Anregungen kennt sicher jeder Haus- und Kleingärtner und wird sich in seinen Erfahrungen bestätigt sehen (oder auch nicht). Für die Neueinsteiger können die Ausführungen eine Unterstützung sein.
Baumobst und Strauchbeeren: Der Winterschnitt sollte im Wesentlichen Ende März/Anfang April abgeschlossen sein. Das Falllaub ist in den Boden eingearbeitet oder befindet sich abgedeckt auf dem Komposthaufen in Verrottung. Damit wird der Verbreitung von pilzlichen Schaderregern aus dem vergangenen Jahr, die auf den Blättern überwintern, entgegengewirkt.
Das Schnittholz wird aus dem Garten ebenfalls aus phytosanitären Gründen entfernt (um Pflanzen gesund zu halten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern). Glücklicherweise bieten sich in Werder (Havel) dafür verschiedene Möglichkeiten. Vom Schreddern von Schnittholz mit Krankheitssymptomen (z. B. Obstbaumkrebs) und nachfolgender Ausbringung auf der Fläche oder auf Wegen ist abzuraten. Damit geben wir der weiteren Verbreitung keine Unterstützung.
Erdbeeren: Die Bestände werden im Spätsommer des Vorjahres mit zwei Dritteln und jetzt im Frühjahr mit einem Drittel der Gesamtdüngermenge versorgt. Das alte Laub wird entfernt, das Unkraut abgeschuffelt und der Boden mit dem Grubber flach gelockert. Wer eine Verfrühung der Ernte möchte, kann bereits im März die Erdbeeren mit Vlies abdecken, muss jedoch bei Spätfrost wieder zudecken.
Frigo-Pflanzen (Frostpflanzen) kommen jetzt ebenfalls in den Boden, für die Grünpflanzen im Sommer ist bis August noch Zeit. Als Vorkultur vor der Erdbeere eignen sich Frühgemüsearten oder Leguminosen, wie z. B. Erbsen.
Frühgemüse: Jetzt gehen wir zur Frühgemüsepflanzung über. So werden die Arten bezeichnet, die im ersten Halbjahr geerntet werden. Hier gibt es eine große Auswahl.

Die Steckzwiebeln können ab Mitte bis Ende März in den Boden, satzweise kann das im zeitlichen Abstand, je nach Verbrauch, weiter erfolgen. So hat man immer frische Lauchzwiebeln. Dauerzwiebeln bleiben bis zur Abreife stehen, können dann im Büschel zum Trocknen aufgehangen werden. Der Wintervorrat ist damit gesichert.
Kleiner Tipp: Nicht in mit organischer Substanz (z. B. Dung, Komposterde) gedüngten Boden stecken. Tierische Schaderreger werden damit angelockt (z. B. Drahtwürmer).
Anfang April können Kohlrabi, Salat in verschiedenen Variationen, Blumenkohl, Brokkoli gepflanzt werden.
Kleiner Tipp: Salat und Kohlrabi müssen beim Pflanzen flattern, d. h. der Wurzelhals wird nicht mit Boden bedeckt. Das verhindert Fäulnis an der Kopfbasis bzw. der Knolle.
Blumenkohl wird tief gepflanzt, das Messer soll bei der Ernte in den Sand stechen, sagt eine alte Gärtnerweisheit. Damit wird die Standfestigkeit erhöht und der Blattansatz liegt tief. Das fördert das Anwachsen und die Kopfbildung.
Der Samen von Petersilie, Dill und anderen Kräutern kann gesät werden.
Kleiner Tipp: Radieschen nicht in frisch mit organischer Substanz gedüngten Boden säen, Schaderregerbefall wird gefördert.
Erbsen und Mangold sollten ebenfalls gesät werden, sind jedoch kein Frühgemüse, sondern bedürfen einer längeren Entwicklungszeit.
Tomaten: In das Foliezelt (ohne Heizung) werden Tomaten vorwiegend im April gepflanzt. Bei Nachtfrostgefahr können kurzzeitig eine elektrische Heizung oder Kerzen mit langer Brenndauer eingesetzt werden (Achtung: Brandschutz einhalten.)
Vliesabdeckung: Für alle genannten Gemüsearten ist eine zeitlich und wachstumsabhängig begrenzte Vliesabdeckung von Vorteil. Damit wird die Ernte verfrüht, vor Spätfrostschäden geschützt, die Verdunstung reduziert und Schadinsekten der Zuflug zu den Pflanzen verwehrt. Bei der notwendigen Bodenlockerung und ggf. Düngung wird das Vlies kurzzeitig abgenommen und sofort nach Abschluss wieder aufgelegt. Bei selektiver Radieschenernte muss das Vlies sofort nach Ernteabschluss wieder aufgelegt werden. Das Gießen kann über die Vliesabdeckung erfolgen.

Pflanzabstände: Die Pflanzabstände der einzelnen Kulturen richten sich nach ihrem Platzbedarf. Für Salat und Kohlrabi haben sich 30 x 30 cm und für frühen Blumenkohl 50 x 40 cm und für Brokkoli 40 x 40 cm bewährt. Die Grunddüngung erfolgt vor der Pflanzung, eine leichte Stickstoffgabe (außer Salat) nach Bedarf und Pflanzenentwicklung.
Kleiner Tipp: Nicht in die Pflanzen streuen, nur darunter, sonst fault das „Herz“ der Pflanzen. Nach der Düngung sofort einarbeiten oder/und maßvoll wässern.
Kartoffeln: Des Gärtners Liebling sind die Kartoffeln. Frühkartoffeln aus dem eigenen Garten sind eine Delikatesse. Das Sortiment an Pflanzkartoffeln ist gut sortiert und jeder kann seine Auswahl treffen. Kartoffeln gedeihen am besten auf tiefgründigem, humosem Boden. Auf unseren leichten Böden ist eine Humusgabe in Form von Stallmist, Komposterde oder eingearbeiteter Gründung anzuraten. Die Nährstoffversorgung erfolgt einmal vor der Pflanzung als Grunddünger und je nach Pflanzenzustand vor dem Anhäufeln.
Für Gartenneulinge eignet sich die Kartoffel hervorragend als Trainingsobjekt für den Anbau weiterer Kulturen. Der Pflanzabstand sollte 50–60 cm Reihenabstand x 30 cm Pflanzabstand in der Reihe betragen.
Auch hier ist eine Vliesabdeckung vegetationsfördernd und bringt eine Ernteverfrühung von 7 bis 10 Tagen. Spätfrostschäden am Kartoffellaub werden verhindert.
Ziergarten und Rasenpflege: Jetzt geht es in den sogenannten „Ziergarten“. Er macht eine Menge Arbeit und braucht ständige Fürsorge.
Im Staudenbeet ist schon viel los. Je nach Bepflanzung sind die Kultur- und Pflegemaßnahmen notwendig. Neuanpflanzungen, Unkrautbeseitigung, bedarfsgerechte Düngung und Bodenlockerung fordern ständige Aufmerksamkeit. Bevor neue Stauden ins Beet kommen, sollte deren Habitus im „Erwachsenen-Alter“ beachtet werden, sonst bleiben möglicherweise Überraschungen nicht aus. Insektenfreundlichkeit ist auch hier angesagt.
Für die klassischen Sommerblumen ist zwar noch etwas Zeit, die Spätfrostgefahr besteht noch. Dennoch können die vorgesehenen Flächen vorbereitet und der Pflanzenbedarf ermittelt werden. Viele Sommerblumen stehen zur Auswahl. Die Klassiker wie Zinnien, Aster, Salvie sind dafür einige Beispiele. Bis zu deren Pflanzung erfreuen wir uns an den Frühblühern, wie z. B. Primeln und Stiefmütterchen in den Gärten und auf den Balkonen. Diese bedürfen natürlich auch der Aufmerksamkeit des Gärtners.
Grundsätzliches zur Düngung und Bewässerung: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich, heißt die Devise. Die Pflanzen müssen also bedarfsgerecht versorgt werden. Luxusversorgung bringt nichts und steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Hinzu kommt, dass wertvoller Dünger ausgewaschen wird und das Grundwasser belastet. Empfehlenswert ist eine Bodenanalyse, die Auskunft über Nährstoffgehalt und kulturbezogene Düngeempfehlungen gibt. Oft herrscht auf den leichten Böden in unserer Region ein Mangel an Magnesium und Kali, Überschuss besteht häufig bei Phosphor. Zu beachten ist der pH-Wert, der großen Einfluss auf die Pflanzenverfügbarkeit der einzelnen Nährstoffe und das Wuchsverhalten der Pflanzen hat. Dazu gibt es umfassende Aussagen, die im Internet abrufbar sind.
Das waren einige Anregungen und Tipps für das Gärtnern im April. Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht, es bleibt immer noch mehr zu tun.
Viel Freude dabei.
Ihr Gärtner