Das Stadtgespräch wurde von Mitarbeitern der complan Kommunalberatung aus Potsdam moderiert, die von der Stadt mit der Aufstellung des InSek beauftragt worden ist. Aktuell läuft die Analyse des Ist-Zustandes, aus der die zukünftigen Prioritäten und Aufgaben der Stadtentwicklung abgeleitet werden sollen. Als nächstes sind im Oktober Ortsteilspaziergänge, anschließend Expertengespräche und Fachworkshops geplant, bevor es im kommenden Jahr ein zweites Stadtgespräch zu den Inhalten des InSek geben wird.
Die ersten durch complan am Dienstagabend im Schützenhaus vorgestellten Zahlen galten der rasanten Bevölkerungsentwicklung. So hatte die Stadt (in der heutigen Ortseilstruktur) im Jahr 1990 rund 18.000 Einwohner. Im Jahr 2000 waren es 22.000 und 2017 bereits 26.000 Einwohner. Das Büro prognostiziert ein weiteres Wachstum auf 29.000 bis 30.000 Einwohner bis zum Jahr 2030. Wie dieses Wachstum weiter verträglich gestaltet werden kann, ist eine der Fragen, die mit dem InSek beantwortet werden soll.
Eine interaktive Befragung der Teilnehmer am Dienstagabend zeigte schon mal, wie wichtig es sein wird, den heimatlichen Charme der Stadt im Blick zu behalten. Denn es ist das Heimatgefühl was die Werderaner zuvorderst mit ihrer Stadt verbinden. 53 Prozent benannten es als Priorität, während sie die Stichworte „Stadt am Wasser“ mit 28 Prozent sowie „Obst und Weinbau“ und „Blütenstadt“ mit 7 und 6 Prozent mit Werder verbinden. Als wichtigste Herausforderung wurde von den Teilnehmern angesehen, „das Wachstum zu gestalten“ (37 Prozent) und „die Verkehrssituation zu verbessern“ (33 Prozent).
Das Stadtgespräch wurde an den drei Themeninseln fortgesetzt. An der Themeninsel „Mobilität und Wirtschaft“ wurde sich vor allem gewünscht, den Fahrradverkehr in der Stadt sicherer zu gestalten. Als Ideen zur Verkehrsentlastung wurden zum Beispiel ein Nulltarif für den ÖPNV und ein Wassertaxi genannt. An der Themeninsel „Wohnen und Leben“ wurde das Für und Wider neuer Wohnflächen abgewogen. Welche Restriktionen werden notwendig sein, um den Charakter der Stadt zu wahren?, war eine der Fragestellungen.
Am Thementisch „Tourismus, Land(wirt)schaft und Region“ ging es unter anderem um die Gestaltung des Bahnhofsbereichs und die Frage des Flächenverbrauchs in der Stadt. Obstbau und Landwirtschaft zu bewahren wurde ebenso als Wunsch geäußert wie der Ausbau touristischer Angebote. Und das Blütenfest, so hieß es, sollte gemütlicher und kleiner werden.
Foto: Stadt Werder (Havel)