Werders Feuerwehr fehlt in engen Straßen oft der Platz zur Durchfahrt

Ernstfall in Werder (Havel), die Freiwillige Feuerwehr wird gerufen. Doch können die Einsatzfahrzeuge die Stadt auch überall ungehindert passieren? Nach einer Probebefahrung an einem Dienstagabend mit einem Drehleiterfahrzeug ist Skepsis angesagt. „Es gab leider immer wieder Situationen, in denen es zu Verzögerungen kam, weil Fahrzeuge am Straßenrand verkehrswidrig parkten“, so Werders stellvertretender Stadtwehrfüher Stephan Kranig.

Häufig sei man in engen Stadtbereichen nur im Schritttempo vorwärts gekommen. Teilweise habe man mit dem Einsatzfahrzeug sogar mehrmals rangieren müssen. Feuerwehrleute mussten aussteigen, um mit Winkzeichen zu helfen. „Dabei sind nicht nur ein paar Sekunden, sondern wertvolle Minuten verlorengegangen“, so Stephan Kranig. Zeit, die im Ernstfall womöglich gefehlt hätte, um Menschen und Material zu retten. Doch zum Glück war es diesmal nur ein Test. Vorgeschlagen hatte die Befahrung die Feuerwehr selbst – um an Engstellen tätig zu werden, bevor es zu spät ist. Begleitet wurden die Kameraden dazu von Mitarbeitern des Ordnungsamts und der Straßenverkehrsbehörde der Stadt. Mit dem Drehleiterfahrzeug ging es über die Inselstadt, durch die Wohngebiete Wachtelwinkel, Wachtelberg und Jugendhöhe sowie den Erdebergweg. „Es gab leider nicht ein einziges Quartier ohne erhebliche Probleme für unser Drehleiterfahrzeug“, so Stephan Kranig. So sei zum Beispiel verkehrswidrig in Halte- und Parkverbotszonen oder auf Kreuzungen geparkt worden, ergänzt Werders 1. Beigeordneter Christian Große. „Es gab auch die Beobachtung, dass Autohalter enge Straßen völlig zuparkten.“ Einigen sei womöglich nicht bewusst, dass beim Parken an Straßenrändern eine Durchfahrtbreite von 3,05 Metern bestehen bleiben müsse. „In einschlägigen Urteilen zum Straßenverkehrsrecht wurde zur höchstzulässiger Breite von Fahrzeugen von 2,55 Metern noch ein Meter zum Rangieren dazu addiert“, so Christian Große. Solche Breiten seien für Rettungseinsätze der Feuerwehr tatsächlich auch erforderlich, um zügig zum Einsatzziel zu gelangen. Dies sei besonders auch in engen Straßen in Werder von Autohaltern zu beachten. „Jeder sollte sich beim Parken bewusst machen, dass er auch selbst einmal Hilfe von der Feuerwehr benötigen könnte“, so Christian Große. Die Rundfahrt bleibt nicht ohne Schlussfolgerungen: Die Kontrollen des Werderaner Ordnungsamtes werden in den betreffenden Bereichen ab sofort verstärkt. „Es werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft“, so Christian Große. Außerdem sei festgestellt worden, dass in einigen Bereichen eine Veränderung von Beschilderungen vorgenommen werden sollte, um die Erreichbarkeit für Rettungskräfte zu verbessern. „Diese Beschilderung wird von der Straßenverkehrsbehörde schnellstmöglich angepasst.“ Die Erfahrung sei für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wichtig gewesen, um die Probleme der Feuerwehr in der Praxis noch besser verstehen zu können. Christian Große dankte den Feuerwehrleuten für die Anregung. „Es soll auch nicht die letzte Fahrt mit diesem Ziel gewesen sein“, so der 1. Beigeordnete.

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